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Ciclovia Alpe Adria Radtour – Von Tarvis nach Grado und weiter nach Triest

Angeregt durch viele Erzählungen und Fotos von Freunden und Bekannten wurde bereits 2013 die Idee geboren einen Teil des Ciclovia Alpe Adria (CAAR) mit dem Rad zu fahren. Er führt von Salzburg über etwa 400km nach Grado. Ein Teil der Strecke geht auch durch das Kanaltal über eine ehemalige/aufgelassene Bahnstrecke. Ein besonderes Highlight ist neben der beeindruckenden Landschaft auch das Durchqueren der alten Zugtunnel.

Die offizielle Website bietet bereits viele Informationen über die Strecke (auch ein fix fertiges GPX File für das GPS). Besonders zu empfehlen ist (zusätzlich) der “Cycle Map” Layer von openstreetmap.org für diesen Bereich.

Geplant war eine drei-Tage Tour:
1. Tag: Start in Tarvis und Fahrt nach Udine.
2. Tag: Von Udine nach Grado
3. Tag: Abschlussfahrt von Grado (über Natura 2000 Schutzgebiet) zum Schloss Miramare

Im Juni 2014 wurde der Plan fixiert und noch im selben Monat in die Tat umgesetzt.

Am Samstag Vormittag starteten wir (Papa und Ich) um 09:00 vom Bahnhof in Tarvis und machten uns auf den Weg – dem CAAR Radweg entlang – Richtung Udine. Damit wir am Ende unserer Reise auch wieder nach Hause konnten überließen wir das Auto der Obhut von Elisabeth und Daniela.

Bereits kurz nach dem Start merkt man, dass man auf einer alten Bahntrasse unterwegs ist. Immer wieder fährt man an verfallenen Bahnhofsgebäuden/Bahnsteigen vorbei – viele davon wurden allerdings auch neuen Zwecken, wie Wohngebäuden, zugeführt.
Die ersten fünf bis sechs Kilometer nach dem Start steigt es noch leicht an (etwa 100 Hm) aber ab dann merkt man deutlich, dass es in Richtung Meer geht ;)

Circa eine Stunde nach dem Start erreichten wir den ersten ehemaligen Eisenbahntunnel. Sehr komfortable ist hierbei die automatische Beleuchtung im Tunnel :)

Der Vormittag über ist geprägt von Tunnel und der unglaublichen Landschaft. Ist man in dieser Gegend auf der Autobahn unterwegs hat man meist nicht die Gelegenheit die Berge, Täler, Wasserfälle und kleinen Ortschaften zu genießen. Fährt man allerdings den CAAR kommt man aus dem Schauen und Staunen nicht mehr hinaus.

Das erste Ziel des Tages war Venzone – wir erreichen den Ort nach circa drei Stunden Fahrtzeit.
Der Altstadt-Palast im inneren des Ortes bietete eine tolle Kulisse für unsere Spaghetti Bolognese zu Mittag. Nach einem ausgezeichneten Kaffee machten wir uns wieder auf den Weg.

Da wir mit Venzone auch die Berge hinter uns ließen, ging es von nun an über die weiten Ebenen Norditaliens.
Wir verloren nur mehr – verhältnissmäßig – wenige Höhenmeter. Die Landschaft wurde aber nicht minder spektakulär. Der Radweg führte uns durch teilweise sehr abgelegene Ortschaften (die um die Mittagszeit wie ausgestorben wirkten) oder aber über Schotter-Pisten durch den Wald. Auch kleinere Hügel waren immer mal wieder dabei.

Etwa vier Stunden nach der Mittagspause erreichten wir dann den Großraum Udine wo wir den Radweg verließen und uns auf direktem Wege zum Hotel machten.

Im Hotel angekommen verstauten wir unsere Räder und gönnten uns sowohl ein ausgiebiges Abendessen als auch Bier und Wein :)


Der zweite Tag begann mit einem tollen Frühstück und kurz darauf ging es wieder aufs Rad. Da es Sonntag Vormittag war, war relativ wenig Verkehr auf den Straßen von Udine. So kamen wir recht rasch voran und erreichten nach wenigen Minuten auch wieder den offiziellen Radweg. Wie zu erwarten führt er uns quer durch Udine – vorbei an allen Sehenswürdigkeiten und schlussendlich raus aus der Stadt durch die Vororte.
Weiter ging es durch viele kleine Ortschaften direkt auf Palmanova zu.
Palmanova ist eine wirklich tolle Stadt – auch am GPS durch den Grundriss der Stadt unübersehbar – die wir für eine kurze Kaffeepause nutzten.

Von nun an ging der Radweg schnurgerade nach Süden – vorbei an Aquilea – und über die “Strada Regionale”, welche übers Meer nach Grado führt.


Wir genossen die Fahrt “übers Meer” sehr und wurden an der Ortseinfahrt von Grado von Elisabeth und Daniela erwartet.

Eine Fahrt ans Meer ist nur nur dann beendet wenn man ein Foto mit dem Rad am Meer macht. Also, hier bitte:

Übernachtet wurde in einem top-modernen, neu gebauten Apartment ganz in der Nähe des Strandes. Am hauseigenen Pool, auf der Dachterasse, kann man die müden Knochen gepflegt entspannen. Nach typisch italienischem Abendessen in Grado genossen wir noch Rotwein am Balkon.

Nach einem tollen Frühstück am Balkon starteten Papa und Ich vom Apartment in Richtung Schloss Miramare. Zuerst ging es am Radweg neben der Straße Richtung Osten. Bald tauschten wir Radweg und Straße gegen einsame Wege im Natura 2000 Schutzgebiet. Die Vielfalt an Tieren die man problemlos vom Rad aus beobachten konnte war atemberaubend. Viele Seitenarme und Buchten bilden hier einen tollen Lebensraum für viele Vögel.

Nachdem wir das Schutzgebiet hinter uns gelassen hatten, erreichten wir die Stadt Monfalcone.
Von dort aus ging es, entlang der Straße über einen letzten knackigen Anstieg, zum Schloss Miramare.
Dort wurden wir wiederum von Elisabeth und Daniela erwartet die von uns auch das folgende tolle Abschlussfoto machten:


Ein absolut genialer Rad-Trip ging somit zu Ende!
Prädikat: Wiederholenswert :)

Achja, sehr positiv fällt auf, dass die Markierung des Radwegs überaus ausreichend und eindeutig ist. Manchmal muss man allerdings schon ganz genau hinsehen um die kleinen Pfeile/Markierungen des Radwegs nicht zu übersehen.

Zum Abschluss ein bisschen Statistik:
Tag1:

  • Distanz: 106km
  • Höhe über Meer max.: 840m
  • Höhe über Meer min.: 130m
  • Fahrzeit (brutto): 8h

Tag2:

  • Distanz: 65km
  • Höhe über Meer max.: 136m
  • Höhe über Meer min.: 0m
  • Fahrzeit (brutto): 4.5h

Tag3:

  • Distanz: 55km
  • Höhe über Meer max.: 99m
  • Höhe über Meer min.: 0m
  • Fahrzeit (brutto): 4h