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Rovinj – Eine Radtour am Meer

Rovinj ist eine, vor allem bei Touristen, beliebte Stadt in Kroatien, an der nördlichen Adria gelegen und ideal für einen Badeurlaub, genießen der lokalen Fischspezialitäten und Radfahren.
Als würdiger Nachfolger für die Tour entlang des Alpe-Adria-Radwegs in Italien wurde Rovinj und Umgebung auserwählt.
Teile der offiziellen Radwege verlaufen hier direkt an der Küste und versprechen wunderschöne Ausblicke über die Adria.
Wie auch schon beim Radweg in Italien ist Vorbereitung wichtig und so habe ich uns wieder die OpenStreetMap-Karten besorgt. Diese Karten (und CycleMap Overlay) waren auch hier wieder sehr genau und absolut vollständig.

Start des Abenteuers war am 26.9.2014 mit Ankunft am Abend in einem tollen Hotel in der Nähe der Altstadt.
Der Fußweg zur Altstadt mit den unzähligen Restaurants war nicht weit und so ging es gleich los zum Abendessen – Eine deftige Grillplatte durfte nach so einer langen Autofahrt natürlich nicht fehlen.

Tag 1 – Radweg 201
Am nächsten Tag in der Früh ging es gleich nach dem Frühstück mit der ersten Rad-Tour los.
Natürlich war auch, wie schon in Italien, die GoPro im Timelapse-Mode an der Lenkstange wieder dabei.
Zuerst ging es in Richtung Stadtzentrum und wir erkundeten den Teil von Rovinj den wir am Vorabend nicht mehr geschafft hatten. Quer durch die Rad/Fußgängerzone ging es vorbei an unzähligen Souvenirständen, Eisverkäufern und anderen Geschäften.
Im nördlichen Teil des Hafens angekommen gab es auch schon den ersten Richtigen Foto-Stop und wir bestaunten ein gerade ankommendes Kreuzfahrtschiff.
Die letzten Fischerboote, die ja sonst nur sehr früh morgens anlegen, verkauften die gefangen Fische – der Rest ging an die Möwen.

Vorbei am alten Bahnhof von Rovinj – die ehemaligen Schienen dazu würden wir an dem Tag noch öfter sehen – gelangten wir zum eigentlichen Start der heutigen Rad-Runde. Der Radweg mit der Nummer 201 führt uns knapp 35km quer durch den nördlichen Teil Rovinjs und Umgebung. Er führt über, teilweise, gut befestigte Wege sehr nahe an dem “Limski Kanal” entlang Richtung Westen und anschließend via Brajkovici und Rovinjsko Selo wieder zurück nach Rovinj.
Die Besonderheit des Radwegs 201 liegt in der Geschichte. Große Teile des Radweges verlaufen direkt neben/unter/über der ehemaligen Eisenbahnlinie von Kanfanar-Rovinj (Wiederum ein Teil der berühmten Triest-Pula Zugverbindung). An vielen Stellen des Radwegs kann man noch sehr gut den alten Bahndamm mit den Eisenbahnschienen erkennen. Selbst viele Bahnschwellen und Bahnüberführungen sind noch gut erhalten. An vielen Stellen entlang der Radroute finden sich auch immer wieder Hinweisschilder welche mehrsprachig über die örtlichen Besonderheiten informieren.

Verpasst man nicht die Abzweigung (N 45 6.980, E 13 42.460) – ein Hinweisschild direkt an der Strecke wäre hier dringend notwendig – geht’s über eine holprige Schotterstraße direkt zu den Klippen des Limski Kanals. Ein atemberaubendes Panorama: Von der Meeresmündung bis zum Ende des Fjords kann man den Kanal an dieser Stelle komplett überblicken. Diesen
Aussichtsplatz sollte man auf keinen Fall verpassen!

Hat man den Weg zurück zum eigentlichen Radweg wiedergefunden hat man einen guten Teil des Rundkurses bereits hinter sich und kann sich auf viele gute “Abfahrten” über teilweise Asphalt- oder Schotterpisten freuen.

Bereits am frühen Nachmittag waren wir wieder Retour in Rovinj. Fazit des 201 Radwegs: toller und abwechslungsreicher Streckenverlauf (auch bei sommerlicher Hitze) mit Hinweistafeln an geschichtlich interessanten Punkten. Nicht zu überbieten der Ausblick über den gesamten Limsik Kanal. Beschaffenheit des Weges an vielen Stellen auf keinen Fall für ein Renn- bzw. normales Straßen Bike geeignet, eher Mountainbike zu empfehlen.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit Sightseeing, fotografieren und Eis-Essen :)

Tag 2 – Radweg 202/203
Nachdem wir schon einen Teil des Radweg 202 am ersten Tag gefahren waren stand am Tag 2 der verbleibende Teil von 202 und der gesamte Radweg 203 am Programm.
Die ersten 10KM des Weges verliefen direkt am Meer entlang Richtung Süden und es ist schwer nicht dauern aufs Meer, den Wald und den Strand zu schauen sondern auf den Weg.
Unzählige kleine Buchten und Plätze verleiten zu einer kurzen Rast oder spontanem Sprung ins kühle Nass. Hat man den riesigen Camping-Platz passiert geht es wieder ein Stück weiter in Richtung Landesinnere. Man kommt vorbei an vielen kleinen Dörfern, Äckern, Olivenhainen und Weingärten. Die Radwege waren von der Beschaffenheit deutlich besser und konnten aufgrund der Topologie, meist sehr zügig befahren werden.

Kurz bevor man den südlichsten Punkt des Radweges erreicht hat, hat man die Möglichkeit noch ein Vogelschutzgebiet zu besuchen. Dort ist allerdings Fahrrad-Fahren verboten und viele Hinweisschilder machen klar, dass man hier höchsten Flüstern und auf keinen Fall Lärm verursachen sollte. Nachdem wir uns das natürlich nicht entgehen lassen wollten, parkten wir
unsere Räder und spazierten den Rundweg um den See im Vogelschutzgebiet “Palut”.
Viele fix montierte Fernrohre und Hinweisschilder entlang des Weges ermöglichen das Auffinden und Bestimmen der verschiedenen Vögel und Waldbewohner.
Etwa 30 Minuten später waren wir wieder bei den Rädern und weiter ging es in einem großen Bogen zurück Richtung Rovinj.

Auch am Rückweg kommt man wieder an vielen Dörfern und Weingärten vorbei. Im Gegensatz zur ersten Hälfte des Weges hat man jetzt auch einige moderate Steigungen zu bewältigen.
Etwa zur gleichen Zeit wie am Vortag erreichten wir wieder unser Hotel in Rovinj. Nach einer kurzen Mittagspause im Hotel und einem tollen Mittagessen machten wir noch eine Bootstour und verbrachten den restlichen Tag/Abend mit Sightseeing.
Fazit Tag 2: Atemberaubend schöne Landschaft entlang des Radwegs (zumindest die ersten 10-15km) und gut erhaltene/beschilderte Radwege. Auch das Vogelschutzgebiet ist einen Besuch wert.

Tag 3 – Best Of (Variation der Route von Tag 2)
Nachdem uns der erste Teil des Weges vom Vortag so gut gefallen hat entschlossen wir uns, vor der Heimreise, diesen Teil noch ein weiteres Mal zu fahren. Wieder entstanden viele Fotos und es wurden einige Pausen eingelegt.
Auch der Campingplatz wurde noch ein weiteres Mal umrundet.

Nach dieser kurzen Runde mussten wir uns wieder von Rovinj verabschieden und die Heimreise antreten.
Fazit des Radausflugs: Absolute Empfehlung und Prädikat Wiederholens-wert.